Jan 312014
 

Warum?

Und was man alles tolles mit so einem Smartphone machen kann. Sogar telefonieren geht!
„Always-On“ ist man immer im Internet, hat alle Daten jederzeit im Zugriff und ist immer mit allen verbunden. Super nützlich.

Außer:
Im Funkloch…
Am Ende des Hochgeschwindigkeits-Datenvolumens…
Am Ende des Geldes…
Im Ausland… (Im Urlaub, Dienstreise, …)

Android-basierte Smartphones lassen sich einigermaßen angenehm auch ohne Datentarif benutzen. Das spart ein paar Euro im Monat und funktioniert dann auch im Funkloch und im Ausland. Und der Mobilfunkanbieter, die NSA und der BND ärgern sich weil sie nicht mehr einfach so die Internetverbindung abhören können. Können sie schon, aber es wird mühsamer da sie nun viele unterschiedliche WLANs beobachten müssen…

Wie

Ganz ohne Internet wird man dann doch nicht glücklich. Voraussetzung ist: Man sollte gelegentlich mit seinem Telefon in einem WLAN sein. Zum Beispiel zu Hause, am Arbeitsplatz, im Cafe. Die meisten auf Internet angewiesenen Anwendungen kommen damit aus, gelegentlich Zugang zu einem WLAN zu haben. Meistens muss man nur ein paar Minuten „durch’s WLAN laufen“ und kann dann auch ohne das WLAN die Dienste benutzen. Vielleicht reicht es wenn man auf dem Weg zur Arbeit und zurück am Lieblingscafe einfach nur vorbeigeht.

WLAN draußen
Sehr schön ist es, wenn man Zugriff auf Telekom- oder Vodafone-WLAN-Hotspots hat – das ist in manchen Telekom-Festnetzverträgen oder bei „Wlantogo“ mit drin, das haben Vodafone-Kabelinternetkunden wenn sie die Wlan-Option und Homespotservice hat. Dann passiert im Alltag folgendes:
Man fährt mit dem Fahrrad/Auto zur Ampel und wartet auf grün.
Telefon verbindet sich automatisch in der Tasche mit dem Hotspot.
Neue Daten werden heruntergeladen.
Am Reiseziel sind neue Mails da usw. ohne das man sich um irgendwas kümmern muss.
Ähnlich klappt das auch für Bahnreisende.

Was geht nicht?

Alle Dienste, die nicht direkt vom Mobilfunkanbieter kommen sondern per Internet abgewickelt werden, verlieren ihre Echtzeitfunktion. Ohne Internet kommen Whatsappnachrichten, Facebookchats und sonstige Benachrichtigungen und Aktualisierungen nicht an (erst wenn man wieder an einem WLAN vorbeikommt). Da gibt es auch keinen Weg herum. Man muss halt etwas warten.
SMS und Telefonanrufe senden und empfangen funktionieren weiterhin in Echtzeit.
Bauernopfer MMS:
MMS senden und empfangen würden rein technisch ohne Datentarif gehen. Das geht aber in der Realität nur wenn man zum Abschalten der Datennutzung MMS Keeper verwendet. Wer die eingebaute Daten-Auschaltfunktion verwendet schaltet MMS mit ab.

Empfehlenswert: Nach WLANs fragen

WLANs sind inzwischen fast überall, ganz besonders außerhalb Deutschlands. Man kann oft einfach nach dem WLAN-Zugangscode fragen.

Daten ausschalten

Erste Voraussetzung: Den Datenzugriff ausschalten und nicht wieder anmachen.
Dazu ruft man das Einstellungsmenü auf und sucht nach „Mobilfunknetze“. In einigermaßen aktuellen Android-Geräten gibt es einen Punkt „Datennutzung“, den man einfach ausschalten kann. Ausschalten, und fertig.
Wer MMS braucht sollte stattdessen MMS Keeper verwenden.

Mail
Voraussetzung: Mailanbieter mit IMAP- (am besten) oder Exchangezugang (geht). Gmail geht auch.
Exchange-Nutzer
Man kann die eingebaute Mail-App verwenden, dann hat man automatisch immer alle Mails, Kalender und Kontakte dabei, auch ohne Datenzugang. In den Optionen versteckt gibt es einen Punkt „Anhänge per WLAN herunterladen“, den man anschalten sollte. Dann hat man auch außerhalb eines WLAN immer alle Mailanhänge gleich dabei.
Wer Mails schreibt: Diese werden automatisch gesendet sobald man wieder in einem WLAN ist. Es gibt nichts weiter zu beachten.
Andere
Man kann eine Email-App verwenden, die eingebaute App geht dafür („Email“, nicht „Gmail“, auch für Gmail-Konten). Besser kontrollierbar und komfortabler ist K9-Mail.
Vom Mailanbieter besorgt man sich Zugangsdaten für „IMAP“ und trägt diese in der App ein. In den Einstellungen des Mailkontos sollte man nun „Downloadgröße: Alles“ einstellen, um die Mails mit eventuellen Anhängen auch vollständig dabeizuhaben.
Wer Mails schreibt: Diese werden automatisch gesendet sobald man wieder in einem WLAN ist und einen Moment wartet. Es gibt nichts weiter zu beachten.

Surfen
Im Internet surfen geht nicht besonders gut – wie soll es auch ohne konstante Internetverbindung.
Ein schöner Kompromiss wäre die Verwendung von WWWOFFLE – ein Programm aus den Zeiten, als Computer noch Modems benutzten. Damit lassen sich Internetseiten „bestellen“ und im nächsten WLAN herunterladen, dann später offline lesen. Wer beim Lesen wieder einen Link klickt landet in der nächsten Bestell-Runde. Schade nur das es bislang keine wirklich angenehme Version von WWWOFFLE für Android gibt.
Abenteuerlustige können dieses System trotzdem benutzen: Debian auf dem Telefon installieren, WWWOFFLE herunterladen, kompilieren und starten. Geht und ist gut benutzbar, ist aber aufwändig.
Bis dahin kann man sich zumindest ein bischen behelfen, indem man anzusurfende Internetseiten in Offline Browser speichert und im nächsten WLAN zum unterwegs lesen herunterlädt.
Wirklich befriedigend funktioniert das aber nicht.
Aufruf
Ich wünsche mir eine WWWOFFLE-App für Android.

Facebook
Die normale Facebookapp funktioniert offline auch ein bischen, einfach so. Wer etwas postet – das wird dann im nächsten WLAN automatisch versendet.
Alternativ:
Statt der offiziellen Facebook-App oStream installieren. Damit ist Newsstream und Gruppen lesen, Bilder etc. posten, Liken etc. Offline möglich. Nebenher ist es auch noch schneller.
Auch der Facebook Messenger funktioniert einigermaßen offline. Alternativ:
Statt des Facebook Messenger Chatsecure installieren. Zugangsdaten: Benutzername und Passwort wie bei Facebook, Server „chat.facebook.com“. Nebenher kann man sich damit auch verschlüsselt mit Anderen unterhalten.
Eine Lösung zur Nutzung von Gruppen-Chats ist mir noch nicht bekannt. In Chatsecure kommen die nicht an.

Twitter
Geht einigermaßen offline mit FalconPro. Installationsanleitung unten in den Kommentaren dieser Seite lesen – ist „etwas“ komplizierter, Twitter sei Dank: Umgehungsmöglichkeit

Whatsapp
Ja – das geht halt prinzipbedingt nicht ohne Datenverbindung.

Bloggen
Geht – die WordPress-App kann Entwürfe offline bearbeiten. An das Veröffentlichen des Artikels muß man dann aber selber denken sobald man in einem WLAN ist. Alternativ kann man die Funktion „Blog per Email“ benutzen, die die meisten Blogsysteme haben. Dann kann man ganz gemütlich Offline Artikel im Mailprogramm schreiben, die beim Mailversand automatisch gebloggt werden.

Fahrplan
Praktisch jede Bus-/Straßenbahn-/Bahn-Verbindung in Deutschland sowie Bahnverbindungen in praktisch Gesamt-Europa sind im „DB Navigator“ abrufbar. Sucht man einmal eine Verbindung, so findet man nach im Menü einen Knopf „Offline herunterladen“. Das dauert einen Moment, aber hat man das einmal getan steht die gesuchte Verbindung bis zum nächsten Fahrplanwechsel auch ohne Internetugang zur Verfügung.
Alle Verbindungen die man häufiger benutzt lassen sich so verfügbar machen.
Informationen über Verspätungen sind prinipbedingt offline nur über Lautsprecheransagen usw. verfügbar…
Sucht man mit dem DB Navigator mal eine andere Verbindung so kostet das auch nur ein paar 10 Kilobyte Datenvolumen. In vielen Handytarifen ohne Datenflatrate sind selbst das höchstens ein paar Cent. Das kann man schon mal benutzen.

Navigation
Offline navigieren kann man indem die Kartendaten vorher komplett runtergeladen werden und Routen auf dem Gerät berechnet werden. Google Maps kann das nicht.
Man hat sogar noch einen anderen Vorteil: Verfährt man sich in einem dunklen Waldstück ohne Empfang kann man mit einem Offline-Programm trotzdem eine neue Route beechnet bekommen.
Die Kartendaten der Offline-Programme kommen meist aus dem Openstreetmap-Projekt und sind damit oft sogar noch etwas Detailgetreuer als die Google-Karten. Nur so schön und flüssig bedienbar ist die Software nicht.
Osmand ist gut bedienbar und hat Unmengen an Funktionen, hat aber ein paar Einschränkungen in der Möglichkeit, Karten herunterzuladen. Navit ist weniger bequem zu bedienen, ist schneller, kann dafür aber mehr auf die eigenen Wünsche angepasst werden und erlaubt beliebige Kartengrößen (und läuft auch auf Computern).

Wetterbericht
DMI Weather (auf dänisch – ist aber echt nicht schwer) liefert das beste Wetter für Schleswig-Holstein und das Widget funktioniert auch offline.

Updates
Man kann im Play Store in den Einstellungen „Updates nur bei WLAN automatisch einspielen“ einstellen – schon hat man kein Problem mehr mit Updates über die Mobilfunkverbindung.

Kalender, Kontakte etc
Die Synchronisation mit Google Kalender, einem Exchangeserver oder Owncloud funktioniert von Anfang an auch ¨einfach so¨ offline.
Da braucht man gar nichts Besonderes für machen. Änderungen werden im nächsten WLAN übertragen.

Dateisync
Alle möglichen und unmöglichen Datei-Speicherdienste lassen sich mit Foldersync auslesen und eine echte Synchronisation durchführen. Stellt man in den Synchronisationsoptionen ¨Nur bei WLAN¨ ein so geht das auch ohne Mobilfunk.
Wer mit seinem Computer zu Hause synchronisieren möchte kann auch mal Bittorrent Sync probieren, das kommt sogar völlig ohne Internetzugang aus und funktioniert in WLANs die nicht ans Netz angebunden sind.

Nachrichten
Also: Nachrichten im Sinne von ¨Was ist so los in der Welt¨. Wer dafür etwas wie Google Reader, Feedly oder ähnliches benutzt ist fein raus. Wer das Ganze dann auch noch ohne Cloud-Anbindung möchte nimmt FeedEx.
Die meisten Internetseiten, die nachrichtenartige Inhalte haben, bieten RSS-Feeds an. Einfach mal gucken. Die können dann in die oben genannten Apps übernommen werden.

Telefonieren
Zum Telefonieren braucht man gar keine Datenverbindung. Wer einen Callback-Dienst benutzt, der Anrufe mit einer mobilen Datenverbindung auslöst, müsste sich nach einer Alternative umsehen, es gibt auch immer noch Callback-Dienste die man mit einem Lockanruf anfordert.
Voice-over-IP-Dienste wie Skype, Sipgate und ähnliche funktionieren nicht. Für viele dieser Funktionen ist vielleicht das Angebot von Simquadrat interessant, bei dem das Handy mit einer Festnetznummer erreichbar ist und es noch viele weitere Weiterleitungs-/Telefonierfunktionen gibt.

SMS
SMS senden geht auch ohne Datenverbindung…

Fahrrad ausleihen
In vielen Städten gibt es Leihfahrräder von ¨Callabike¨ (Stadtrad Hamburg ist im Prinzip genauso).
Diese Fahrräder lassen sich super bequem per App ausleihen. Es geht aber auch ohne App. Dazu meldet man sich einmal im Internet im Callabike-Kundenkonto an und hinterlegt seine Mobilfunknummer bei ¨Rufnummernerkennung¨.
Hat man das getan kann man statt die App zu benutzen das Fahrrad anrufen, Rufnummer steht auf dem Deckel. Anhand der Rufnummer wird man erkannt, und drückt man dann ¨1¨ wird das Fahrrad entliehen, ganz ohne Datentarif.

Bankgeschäfte
Wer gerne Überweisungen oder ähnliches auf seinem Androidgerät ausführt kann diese zwar ohne Datentarif nicht absenden, aber zumindest offline vorbereiten. Man braucht dazu eine Bank mit HBCI-Zugang (alter Name) bzw. FinTS-Zugang (neuer Name) – in Deutschland dürfte die Mehrzahl der Banken dieses Kriterium erfüllen.
Damit lässt sich dann Banking4A einrichten und Überweisungen unterwegs ohne Datentarif vorbereiten. In einem WLAN angekommen muß man aber selber daran denken die Überweisungen abzusenden (und die passenden TANs einzugeben sofern die nicht dank vorherigem kompletten Abtippen im Programm gespeichert sind).
Solange man nur eine Bank hat reicht die kostenlose Starterversion.

Youtube
Youtubefilme ohne Datennutzung unterwegs angucken – dazu muss man die Filme vorher herunterladen. Auch wenn Youtube das offiziell nicht ermöglicht, kann man mit ¨OGYoutube¨ die Filme eben doch herunterladen und hat sie dann als Datei auf dem Gerät, wo man sie mit einem Videoplayer angucken kann.

Musik hören
Wer Spotify benutzt hat die Möglichkeit, die Premiumversion von Spotify zu kaufen. Damit ist dann das offline-Hören von Musik möglich. Schade nur das die Premiumversion von Spotify teurer ist als eine Mobilfunkdatenflatrate.
Wer sowieso Amazon-Prime-Kunde ist hat auf diesem Weg Zugang zu einer Vielzahl (aber viel weniger als bei Spotify) an Alben, die man in der Amazon Music-App auch einfach vorab runterladen und mitnehmen kann. Kostet 50 Euro im Jahr, enthält dann auch noch Videos, Filme, Serien, auch runterladbar.
Wer einfach nur einen Musikmix hören will statt ganz spezifische Künstler kann sich mal Mixradio anschauen, hier gibt es ganz individuelle, einstellbare Radiostationen, die sich in einer Art individuellem Mixtape auch vorab runterladen und mitnehmen lassen.
Ansonsten bleibt die gute alte MP3-Datei vom Freund, von einer CD, von Amazon, …

Büroanwendungen
Gehen auch so!
Google Docs ermöglicht, Dateien offline bereitzustellen. Wer andere Office-Produkte verwendet kann einfach seine Dateien auf der SD-Karte speichern, fertig. Auch Quickoffice, Softmaker Office beherscht das.
Wer die App Debian noroot installiert kann sich innerhalb dieser App sogar das vom PC bekannte echte Officepaket Libreoffice installieren (großer Bildschirm und Maus dringend empfohlen).

Guthaben aufladen
Guthaben läßt sich auch durch Eingeben des langen Codes, der mit * anfängt, aufladen. Das benötigt keinen mobilen Datentarif.

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